Als aller erstes möchte ich sagen, dass ich ein Austauschjahr jedem nur empfehlen kann: Man lernt so viele neue Leute kennen, macht Erfahrungen die man sonst nie erleben würde, wird um einiges selbstständiger und ehrgeiziger, hat unglaublichen Spass zusammen mit den einheimischen Leuten und lernt nebenbei sogar noch, eine Fremdsprache flüssig zu sprechen und darin zu denken.
Doch hätte ich nochmals die Wahl, ein Austauschjahr zu machen, so würde ich mich nicht wieder für die USA entscheiden, denn die Kultur unterscheidet sich nicht so krass von unserer wie zum Beispiel in Ländern wie China, Thailand oder Südafrika.
Gerne würde ich eine ähnliche Erfahrung nochmals machen, in einem Land, welches noch nicht so weit entwickelt ist wie die Schweiz, wo man eventuell auch auf gewisse Dinge verzichten muss, und die Leute ein noch traditionsbewussteres Leben führen.
Es gibt Eltern, die ihren Kindern verbieten, in einem Austauschprogramm mitzumachen, mit der Entschuldigung, dass es zu teuer sei. Tatsächlich kostet es die Eltern jedoch mehr, wenn sie ihre Tochter oder ihren Sohn für ein Jahr lang zuhause "durchpäppeln" als wenn er oder sie für ein Jahr ins Ausland geht, denn die Gasteltern werden nicht bezahlt, sie nehmen Austauschschüler auf, um ihnen ihr Land näher zu bringen und selbst kulturelle Erfahrungen zu sammeln. Die meisten Gasteltern bezahlen den Schülern auch das Essen und Verbrauchsartikel wie Schulmaterial. Wenn man an einem Ort landet wie Richfield in Idaho sind auch die monatlichen Ausgaben entsprechend tiefer, denn es gibt keine Parties an den Wochenenden, keine Shoppingmalls in der Nähe, und Kosten für den öffentlichen Verkehr der nicht existiert fallen ebenfalls weg.
Man muss jedoch wissen, dass ein Austauschjahr nicht einfach ein fröhliches Jahr ohne Pflichten und Stress ist, denn man muss sich der entsprechenden Kultur anpassen, eventuell hat man Pech mit der Gastfamilie und muss man sich für einen mühsamen Familienwechsel entscheiden oder man wird vielleicht auch mal vom grossen Heimweh geplagt.
Ich wurde glücklicherweise davon verschont und bin sehr froh, den Entscheid getroffen zu haben, die Welt ein bisschen besser verstehen zu lernen.
Sonntag, 12. September 2010
Reisen während meinem Austauschjahr
Schon bevor ich losgereist bin, sagten meine Eltern zu mir, dass ich die Chancen, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten besser kenenzulernen, nutzen soll, denn man ist ja nicht jedes Jahr in den USA.
Schon einige Wochen nach meiner Ankunft in Idaho organisierten meine Gasteltern einen Ausflug in den weltweit berühmten "Yellowstone Nationalpark", welcher in den US-Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho liegt. Wir besichtigten einen Teil des riesengrossen Parks, welcher gerade zwischen den Grenzen der 3 Staaten liegt. Der zweitägige Ausflug war vollgepackt mit wundervollen Panoramen, unberührter Natur und wilden Tieren wie Bisons, Hirschen, Weisskopfseeadlern und wandernden Lachsschwärmen.
Meinen Gasteltern war es sehr wichtig, dass ich ihre Nation von vielen verschiedenen und atemberaubenden Seiten kennenlerne, so nahmen sie mich auch mit in die Idaho's Hauptstadt Boise, wo wir eine Stadttour machten, zwei ihrer Töchter kennenlernten die dort wohnen, und natürlich hatten wir auch ganz viel Zeit um die Shoppingmall unsicher zu machen, denn Shopping ist ja etwas wesentlich tolleres in den USA als in der Schweiz, denn die Preise sind nicht selten um mehr als die Hälfte tiefer.
Neben Boise gingen wir auch in den Staat Utah, welcher südlich von Idaho liegt, um nach Salt Lake City zu gehen. Salt Lake City, auch SLC genannt, gilt als "Hauptstadt der Mormonen" und deshalb gingen wir natürlich zum "Temple Square", wo der Tempel, das Tabernakel, das Verwaltungsgebäude und das Konferenzzentrum zu finden sind. Nach der Besichtigung dieser Orte befriedigten wir noch unsere Einkaufsbedürfnisse in einer Mall.
Im Januar ergab sich für uns Austauschschüler die Möglichkeit, für eine Woche nach Las Vegas und Phoenix in Arizona zu reisen, um die Städte, den Grand Canyon und ein Football Spiel an der Universität von Phoenix zu besichtigen. Wir waren eine Gruppe von etwa 30 Austauschschülern aus aller Welt und auch zwei Mitarbeiter unserer amerikanischen Partnerorganisation waren dabei. Es war eine unglaublich tolle Zeit und ich habe mit vielen anderen Schülern Kontakte aufgebaut, die wir auch heute noch, hauptsächlich übers Internet, pflegen.
Im Sommer 2010, bevor meiner grossen Heimreise, flog ich nach Los Angeles in Südkalifornien, wo ich meine Familie traf und wir gemeinsam zwei unglaublich aufregende, lustige und abwechslungsreiche Ferienwochen verbrachten.
Schon einige Wochen nach meiner Ankunft in Idaho organisierten meine Gasteltern einen Ausflug in den weltweit berühmten "Yellowstone Nationalpark", welcher in den US-Bundesstaaten Wyoming, Montana und Idaho liegt. Wir besichtigten einen Teil des riesengrossen Parks, welcher gerade zwischen den Grenzen der 3 Staaten liegt. Der zweitägige Ausflug war vollgepackt mit wundervollen Panoramen, unberührter Natur und wilden Tieren wie Bisons, Hirschen, Weisskopfseeadlern und wandernden Lachsschwärmen.
Meinen Gasteltern war es sehr wichtig, dass ich ihre Nation von vielen verschiedenen und atemberaubenden Seiten kennenlerne, so nahmen sie mich auch mit in die Idaho's Hauptstadt Boise, wo wir eine Stadttour machten, zwei ihrer Töchter kennenlernten die dort wohnen, und natürlich hatten wir auch ganz viel Zeit um die Shoppingmall unsicher zu machen, denn Shopping ist ja etwas wesentlich tolleres in den USA als in der Schweiz, denn die Preise sind nicht selten um mehr als die Hälfte tiefer.
Neben Boise gingen wir auch in den Staat Utah, welcher südlich von Idaho liegt, um nach Salt Lake City zu gehen. Salt Lake City, auch SLC genannt, gilt als "Hauptstadt der Mormonen" und deshalb gingen wir natürlich zum "Temple Square", wo der Tempel, das Tabernakel, das Verwaltungsgebäude und das Konferenzzentrum zu finden sind. Nach der Besichtigung dieser Orte befriedigten wir noch unsere Einkaufsbedürfnisse in einer Mall.
Im Januar ergab sich für uns Austauschschüler die Möglichkeit, für eine Woche nach Las Vegas und Phoenix in Arizona zu reisen, um die Städte, den Grand Canyon und ein Football Spiel an der Universität von Phoenix zu besichtigen. Wir waren eine Gruppe von etwa 30 Austauschschülern aus aller Welt und auch zwei Mitarbeiter unserer amerikanischen Partnerorganisation waren dabei. Es war eine unglaublich tolle Zeit und ich habe mit vielen anderen Schülern Kontakte aufgebaut, die wir auch heute noch, hauptsächlich übers Internet, pflegen.
Im Sommer 2010, bevor meiner grossen Heimreise, flog ich nach Los Angeles in Südkalifornien, wo ich meine Familie traf und wir gemeinsam zwei unglaublich aufregende, lustige und abwechslungsreiche Ferienwochen verbrachten.
Meine ersten kulturellen Erfahrungen
Schon zwei Tage nach meiner Ankunft im "neuen Zuhause" ging für mich die Schule los.
Ich besuchte den Unterricht der öffenlichen "Richfield High School", zusammen mit etwas mehr als 70 Mitschülerinnen und Mitschülern. Wie üblich an einer amerikanischen High School wurde auch da das Schuljahr mit dem Trimester-System unterteilt. Für jedes Trimester kann sich der Schüler seine Fächer auswählen, welche dann jeden Tag in der exakt gleichen Reihenfolge besucht werden.
Da ich mich beim Leichtathletik-Club und später dann auch im Basketball-Team angemeldet habe, wurden mir jeden Morgen 70 Minuten Ausdauertraining "verschrieben", welches sehr internsiv war. Danach folgten meine fünf ausgewählten Schulfächer und danach zwei bis drei Stunden Training für die ausgewählte Sportart.
Mir wurde bald bewusst, dass in Amerika die Schule einen viel höheren Stellenwert als in der Schweiz hat, denn die Schüler einer High School sehen es als eine grosse Ehre, als festes Mitglied ihrer Schule akzeptiert zu sein. Zu den Wettkämpfen in den einzelnen Sportarten an der High School kommen nicht selten hunderte von Zuschauern, die Schüler werden zu Stars in der ganzen Umgebung.
Neben der Schule und dem anschliessenden Sportunterricht gab es leider nicht sehr viel zu Unternehmen im kleinen Richfield. Es gibt keinen Jugendtreffpunkt oder ähnliches, und mir wurde sehr bald bewusst, dass die meisten Amerikaner ihr Leben nur ungern mit Freunden teilen. So gingen die meisten Amerikanischen Schüler nach der Schule direkt nach Hause und beschäftigten sich selber mit dem Computer oder ähnlichem.
Dies war der Grund, wieso ich mich bald mit den mexikanischen Mitschülern befreundet habe. Diese blühen nur so vor Lebensfreude, geniessen das Leben mit Freunden und ihrer Familie und sind um einiges aufgeschlossener gegenüber Fremden als die Amerikaner. Zusammen gingen wir in die Städte Boise und Twin Falls um shoppen zu gehen, wir gingen ins Kino, auswärts essen oder wir trafen uns gegenseitig im Dorf, um über alles mögliche zu reden.
Wie ich in meinem vorherigen Post bereits geschrieben habe, waren meine Gasteltern Mormonen, und ich versprach ihnen, einmal im Monat mit ihnen zur Kirche zu gehen. Der Gottesdienst fing mit Gebeten und Singen an und wurde danach von den so genannten "Testimonies" weitergeführt. Dabei begeben sich einige Kirchenmitglieder nacheinander zum Altar, um eine Rede zu halten, welche beweisen soll, dass ihre Glaubensrichtung die richtige sei und alle anderen falsch liegen. Dabei wurden die Leute so emotional, dass sie teilweise anfingen zu weinen und bei einigen älteren Leuten dachte ich des öfteren, dass sie sehr bald einen Herzinfarkt erleiden würden.
Diese intensive Portion an Glauben wird einem während dreieinhalb Stunden ununterbrochen eingeredet und nach einer halben Stunde fing ich an, die Minuten zu zählen.
Wie ihr seht, ein Austauschjahr ist zwar eine tolle Erfahrung, jedoch wird es immer Situationen geben, auf welche man gerne verzichten würde.
Ich besuchte den Unterricht der öffenlichen "Richfield High School", zusammen mit etwas mehr als 70 Mitschülerinnen und Mitschülern. Wie üblich an einer amerikanischen High School wurde auch da das Schuljahr mit dem Trimester-System unterteilt. Für jedes Trimester kann sich der Schüler seine Fächer auswählen, welche dann jeden Tag in der exakt gleichen Reihenfolge besucht werden.
Da ich mich beim Leichtathletik-Club und später dann auch im Basketball-Team angemeldet habe, wurden mir jeden Morgen 70 Minuten Ausdauertraining "verschrieben", welches sehr internsiv war. Danach folgten meine fünf ausgewählten Schulfächer und danach zwei bis drei Stunden Training für die ausgewählte Sportart.
Mir wurde bald bewusst, dass in Amerika die Schule einen viel höheren Stellenwert als in der Schweiz hat, denn die Schüler einer High School sehen es als eine grosse Ehre, als festes Mitglied ihrer Schule akzeptiert zu sein. Zu den Wettkämpfen in den einzelnen Sportarten an der High School kommen nicht selten hunderte von Zuschauern, die Schüler werden zu Stars in der ganzen Umgebung.
Neben der Schule und dem anschliessenden Sportunterricht gab es leider nicht sehr viel zu Unternehmen im kleinen Richfield. Es gibt keinen Jugendtreffpunkt oder ähnliches, und mir wurde sehr bald bewusst, dass die meisten Amerikaner ihr Leben nur ungern mit Freunden teilen. So gingen die meisten Amerikanischen Schüler nach der Schule direkt nach Hause und beschäftigten sich selber mit dem Computer oder ähnlichem.
Dies war der Grund, wieso ich mich bald mit den mexikanischen Mitschülern befreundet habe. Diese blühen nur so vor Lebensfreude, geniessen das Leben mit Freunden und ihrer Familie und sind um einiges aufgeschlossener gegenüber Fremden als die Amerikaner. Zusammen gingen wir in die Städte Boise und Twin Falls um shoppen zu gehen, wir gingen ins Kino, auswärts essen oder wir trafen uns gegenseitig im Dorf, um über alles mögliche zu reden.
Wie ich in meinem vorherigen Post bereits geschrieben habe, waren meine Gasteltern Mormonen, und ich versprach ihnen, einmal im Monat mit ihnen zur Kirche zu gehen. Der Gottesdienst fing mit Gebeten und Singen an und wurde danach von den so genannten "Testimonies" weitergeführt. Dabei begeben sich einige Kirchenmitglieder nacheinander zum Altar, um eine Rede zu halten, welche beweisen soll, dass ihre Glaubensrichtung die richtige sei und alle anderen falsch liegen. Dabei wurden die Leute so emotional, dass sie teilweise anfingen zu weinen und bei einigen älteren Leuten dachte ich des öfteren, dass sie sehr bald einen Herzinfarkt erleiden würden.
Diese intensive Portion an Glauben wird einem während dreieinhalb Stunden ununterbrochen eingeredet und nach einer halben Stunde fing ich an, die Minuten zu zählen.
Wie ihr seht, ein Austauschjahr ist zwar eine tolle Erfahrung, jedoch wird es immer Situationen geben, auf welche man gerne verzichten würde.
Meine Gasteltern
Bei meinen Gasteltern handelte es sich um ein Rentnerpaar, welche beide in der Region aufgewachsen und waschechte "Idahoans" sind. Sie haben 6 Kinder, welche jedoch alle seit längerem ausgezogen sind und vier von ihnen haben bereits eine eigene Familie gegründet. Meine Gastmutter ist sehr diskret, ruhig und eine sehr liebenswerte Person, ihr grösstes Hobby ist das Klavierspielen.
Ihr Ehemann ist ein witziger Mensch und anfangs war es teilweise schwierig für mich, seinen Humor zu verstehen, was jedoch auch mit meinen damals noch nicht so guten Englischkenntnissen zusammenhing.
Doch obwohl es sich bei beiden um sehr nette Personen handelt, war es nicht immer ganz einfach mit ihnen auszukommen. Beide sind überzeugte Mormonen, und damit sehr konservativ und auf (fast) alles neuzeitliche schlecht zu sprechen. So finden sie es zum Beispiel eine Schande, dass ausgerechnet der Präsident der Vereinigten Staaten dunkelhäutig ist und sich für die Gleichstellung aller Leute im Lande einsetzt. Anstatt zu versuchen, die positiven Seiten an Obama's Politik zu sehen, trauern sie lieber seinem Vorgänger George W. Bush nach.
Da ich Diskussionen liebe, begab ich mich manchmal in heisse Situationen mit meiner Gastmutter, denn sie mag es genauso wie ich, Streitthemen aufzubringen und darüber zu diskutieren. Der Grund, wieso einige unserer harmlosen Diskussionen fast zum einem Streit ausarteten war jener, dass wir beide sehr überzeugt von unseren eigenen Meinungen sind: Sie behauptet, dass JEDES EINZELNE Wort, welches in der Bibel steht, dem Wort Gottes entspricht und deshalb 100 % der Wahrheit entspricht.
Ich hingegen bin überzeugter Atheist, der lieber seinen eigenen Kopf verwendet, um seine eigenen Meinungen zu einem Thema zu kreiren.
Glücklicherweise waren wir jedoch nach jeder brisanten Diskussion wieder beide dazu bereit, zuzugeben, dass jeder seine eigenen Meinungen zu einem Thema haben darf und damit klappte das Zusammenleben gut.
Ihr Ehemann ist ein witziger Mensch und anfangs war es teilweise schwierig für mich, seinen Humor zu verstehen, was jedoch auch mit meinen damals noch nicht so guten Englischkenntnissen zusammenhing.
Doch obwohl es sich bei beiden um sehr nette Personen handelt, war es nicht immer ganz einfach mit ihnen auszukommen. Beide sind überzeugte Mormonen, und damit sehr konservativ und auf (fast) alles neuzeitliche schlecht zu sprechen. So finden sie es zum Beispiel eine Schande, dass ausgerechnet der Präsident der Vereinigten Staaten dunkelhäutig ist und sich für die Gleichstellung aller Leute im Lande einsetzt. Anstatt zu versuchen, die positiven Seiten an Obama's Politik zu sehen, trauern sie lieber seinem Vorgänger George W. Bush nach.
Da ich Diskussionen liebe, begab ich mich manchmal in heisse Situationen mit meiner Gastmutter, denn sie mag es genauso wie ich, Streitthemen aufzubringen und darüber zu diskutieren. Der Grund, wieso einige unserer harmlosen Diskussionen fast zum einem Streit ausarteten war jener, dass wir beide sehr überzeugt von unseren eigenen Meinungen sind: Sie behauptet, dass JEDES EINZELNE Wort, welches in der Bibel steht, dem Wort Gottes entspricht und deshalb 100 % der Wahrheit entspricht.
Ich hingegen bin überzeugter Atheist, der lieber seinen eigenen Kopf verwendet, um seine eigenen Meinungen zu einem Thema zu kreiren.
Glücklicherweise waren wir jedoch nach jeder brisanten Diskussion wieder beide dazu bereit, zuzugeben, dass jeder seine eigenen Meinungen zu einem Thema haben darf und damit klappte das Zusammenleben gut.
Samstag, 11. September 2010
Die Ankunft im "neuen Zuhause"
Während der Autofahrt zu meinen Gasteltern hat mich mein "Local Representator" über den Staat Idaho aufgeklärt und mich ein wenig auf den bevorstehenden Kulturschock vorbereitet.
Er erklärte mir, dass Idaho der konservativste Staat der USA sei, Texas sei liberal im Vergleich mit jenem Staat in welchem wir uns befanden, und lächelte dabei. In Idaho habe Religion einen hohen Stellenwert und die meisverbreiteten Konfessionen seien die Protestanten und die Mitglieder der "Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints", kurz gesagt, die Mormonen. Er erklärte mir auch, dass ich es in meinem eigenen Interesse eher unterlassen sollte, mit den Leuten über deren Glauben zu diskutieren, denn sie wissen das ihre Glaubensrichtung der Wahrheit entspräche.
Darauf schluckte ich dreimal leer, und schaute dabei in die unendlich erscheinende Steppenlandschaft des Staates. Auf einmal kamen wir in ein Dorf, welches unheimlich und verlassen wirkte, und ich hoffte schwer, dass er mich nicht ausgerechnet in diesem Kaff "abliefern" wird.
Als wir durch das Dorf fuhren, sagte er, dass dies "Shoshone" sei, unsere grössere Nachbarstadt. Sie habe stolze 950 Einwohner und zwei Lebensmittelläden, hierher kämen die Leute von den benachbarten Dörfer um Benzin zu tanken und auch die nächste Bank befände sich hier.
Gespannt wartete ich auf die Ankunft, während wir noch weitere 20 Minuten durchs Nirgendwo fuhren.
Dann, der lang ersehnte Moment, ich sah das Willkommen-Schild der "Stadt" "Richfield", in welcher 412 Einwohner leben.
Zuerst war ich geschockt, doch dann kamen wir zum Haus meiner Gasteltern, welche mir einen extrem netten, interessierten und witzigen Eindruck machten und ich fühlte mich von Anfang an wohl in ihrem grossen, gepflegten und gemütlichen Zuhause.
Er erklärte mir, dass Idaho der konservativste Staat der USA sei, Texas sei liberal im Vergleich mit jenem Staat in welchem wir uns befanden, und lächelte dabei. In Idaho habe Religion einen hohen Stellenwert und die meisverbreiteten Konfessionen seien die Protestanten und die Mitglieder der "Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints", kurz gesagt, die Mormonen. Er erklärte mir auch, dass ich es in meinem eigenen Interesse eher unterlassen sollte, mit den Leuten über deren Glauben zu diskutieren, denn sie wissen das ihre Glaubensrichtung der Wahrheit entspräche.
Darauf schluckte ich dreimal leer, und schaute dabei in die unendlich erscheinende Steppenlandschaft des Staates. Auf einmal kamen wir in ein Dorf, welches unheimlich und verlassen wirkte, und ich hoffte schwer, dass er mich nicht ausgerechnet in diesem Kaff "abliefern" wird.
Als wir durch das Dorf fuhren, sagte er, dass dies "Shoshone" sei, unsere grössere Nachbarstadt. Sie habe stolze 950 Einwohner und zwei Lebensmittelläden, hierher kämen die Leute von den benachbarten Dörfer um Benzin zu tanken und auch die nächste Bank befände sich hier.
Gespannt wartete ich auf die Ankunft, während wir noch weitere 20 Minuten durchs Nirgendwo fuhren.
Dann, der lang ersehnte Moment, ich sah das Willkommen-Schild der "Stadt" "Richfield", in welcher 412 Einwohner leben.
Zuerst war ich geschockt, doch dann kamen wir zum Haus meiner Gasteltern, welche mir einen extrem netten, interessierten und witzigen Eindruck machten und ich fühlte mich von Anfang an wohl in ihrem grossen, gepflegten und gemütlichen Zuhause.
Der Aufbruch in mein Gastland
Am 3. September 2009 ruf mich meine Betreuerin der Austauschorganisation an und teilte mir mit, dass eine Gastfamilie für mich gefunden wurde und ich in zwei Tagen abfliegen werde. Das ganze war also sehr kurzfristig, womit man jedoch als künftiger Austauschschüler rechnen sollte.
Der Tag der Abreise war begleitet von Freude, Angst und Trauer gleichzeitig. Ich wollte nicht, dass viele Leute mit zum Flughafen kamen, denn dies hätte den Abschied schwieriger gemacht denke ich. Das ganze verlief jedoch eigentlich ganz okay, und schon sehr bald sass ich in einem riesengrossen Flieger mit vollem Tank für die 13-stündige Reise nach Los Angeles, Kalifornien.
Zum Glück musste ich nicht ganz alleine reisen, denn ein zweiter Austauschschüler aus der Schweiz wurde ebenfalls in Idaho platziert. In Los Angeles wurden wir dann so richtig mit den übertriebenen, amerikanischen Sicherheitskontrollen konfrontiert. Als erstes eben die üblichen Sicherheitsschranken, gefolgt vom Auschecken des ganzen Reisegepäcks und folgender Abnahme der Fingerabdrücke, sogar ein Augen-Scan wurde durchgeführt.
Dann waren wir gezwungen, vom Check-Out-Area bis zum Terminal 7 zu gehen, mitsamt der beiden vollgestopften Koffern und Handgepäck.
Leider hatten wir für die ganze Prozedur nur zwei Stunden Zeit, deshalb haben wir unseren Anschlussflug nach Boise, Idaho verpasst. Nach einer Nacht in einem Hotel in der Nähe des Flughafens wurde unser Flug gestrichen, und wir sassen den ganzen Tag fest. Am Abend um 21 Uhr folgte dann endlich unser Anschlussflug, und 2 Stunden später landeten wir in Idaho's Hauptstadt, wo wir von unserem "Local Representator" abgeholt wurden. Am folgenden Tag wurde ich zu meiner Gastfamilie gebracht.
Der Tag der Abreise war begleitet von Freude, Angst und Trauer gleichzeitig. Ich wollte nicht, dass viele Leute mit zum Flughafen kamen, denn dies hätte den Abschied schwieriger gemacht denke ich. Das ganze verlief jedoch eigentlich ganz okay, und schon sehr bald sass ich in einem riesengrossen Flieger mit vollem Tank für die 13-stündige Reise nach Los Angeles, Kalifornien.
Zum Glück musste ich nicht ganz alleine reisen, denn ein zweiter Austauschschüler aus der Schweiz wurde ebenfalls in Idaho platziert. In Los Angeles wurden wir dann so richtig mit den übertriebenen, amerikanischen Sicherheitskontrollen konfrontiert. Als erstes eben die üblichen Sicherheitsschranken, gefolgt vom Auschecken des ganzen Reisegepäcks und folgender Abnahme der Fingerabdrücke, sogar ein Augen-Scan wurde durchgeführt.
Dann waren wir gezwungen, vom Check-Out-Area bis zum Terminal 7 zu gehen, mitsamt der beiden vollgestopften Koffern und Handgepäck.
Leider hatten wir für die ganze Prozedur nur zwei Stunden Zeit, deshalb haben wir unseren Anschlussflug nach Boise, Idaho verpasst. Nach einer Nacht in einem Hotel in der Nähe des Flughafens wurde unser Flug gestrichen, und wir sassen den ganzen Tag fest. Am Abend um 21 Uhr folgte dann endlich unser Anschlussflug, und 2 Stunden später landeten wir in Idaho's Hauptstadt, wo wir von unserem "Local Representator" abgeholt wurden. Am folgenden Tag wurde ich zu meiner Gastfamilie gebracht.
Donnerstag, 26. August 2010
Vorstellung des Staates "Idaho"
Warum ich mich dazu entschieden habe:
Weg von zuhause, in ein fremdes Land, mit fremden Leuten und deren Kultur- dieser Wunsch hatte ich ziemlich plötzlich im Herbst 2008. Ich machte mir viele Gedanken darüber, wie es sich in einer anderen Nation leben lässt, sich in eine fremde Kultur zu integrieren, neue Leute kennenzulernen, deren Sprache zu erlernen oder perfektionieren, selbstständiger zu werden und natürlich einfach Spass zu haben, ein Land auf eigene Faust zu entdecken, ganz ohne Eltern oder irgend jemandem der einem einschränkt.
Plötzlich wurde aus dem Wunschgedanken ein grosser Plan, und ich wusste nicht wie ich dies meinen Eltern beibringen sollte. Denn 12- 15'000 Franken für ein Austauschjahr ist eine Menge Geld. Als ich ihnen jedoch von meinen Plänen erzählte, reagierten sie eher interessiert als abgeneigt und sagten, sie fänden es sehr mutig und ehrgeizig von mir und würden mir diesen Wunsch gerne erfüllen.
Als nächstes ging ich zur Infoecke der Kantonsschule Zug, wo man Broschüren von den verschiedenen Austauschorganisationen findet. Also nahm ich einige davon mit nach Hause und las darin, recherchierte danach auch im Internet um auch wirklich die passende Organisation zu finden.
Mein Entscheid fiel auf Into Switzerland, eine eher kleine Organisation, welche schon seit etwa 30 Jahren schweizer Schüler für eine gewisse Zeit ins Ausland schickt.
Als erstes musste ich mich übers Internet anmelden und die wichtigsten Daten zu meiner Person angeben. Auch eine Zeugniskopie musste beigelegt werden, denn nicht alle Schüler werden von der Organisation akzeptiert. Danach wurde mir die Aufnahmebestätigung geschickt und ich erhielt eine E-Mail mit den restlichen Formularen welche ich ausfüllen musste. Dabei wurde auch ein zweiseitiger Aufsatz über meine Person, Familie, Lebensstil und meine Erwartungen bezüglich Gastland, Gastfamilie und der bevorstehenden Erfahrung im Allgemeinen verlangt.
Mir war von Anfang an klar dass ich in die USA reisen wollte, denn dieses Land hat mich schon immer fasziniert, mit seinen unendlichen Distanzen, der interessanten Kultur und den sehr unterschiedlichen Lebenseinstellungen.
Also beantragte ich ein Visum für 10 Monate in Amerika. Dass die Amis nicht gerade die aussländerfreundlichsten Leute sind wurde mir dabei ziemlich schnell bewusst. Die Angaben die dabei verlangt werden gehen teilweise so sehr ins Private hinein dass es mich erstaunt hat dass sie nicht noch meine Unterhosengrösse wissen wollten (*übertreib*) :-)
Weg von zuhause, in ein fremdes Land, mit fremden Leuten und deren Kultur- dieser Wunsch hatte ich ziemlich plötzlich im Herbst 2008. Ich machte mir viele Gedanken darüber, wie es sich in einer anderen Nation leben lässt, sich in eine fremde Kultur zu integrieren, neue Leute kennenzulernen, deren Sprache zu erlernen oder perfektionieren, selbstständiger zu werden und natürlich einfach Spass zu haben, ein Land auf eigene Faust zu entdecken, ganz ohne Eltern oder irgend jemandem der einem einschränkt.
Plötzlich wurde aus dem Wunschgedanken ein grosser Plan, und ich wusste nicht wie ich dies meinen Eltern beibringen sollte. Denn 12- 15'000 Franken für ein Austauschjahr ist eine Menge Geld. Als ich ihnen jedoch von meinen Plänen erzählte, reagierten sie eher interessiert als abgeneigt und sagten, sie fänden es sehr mutig und ehrgeizig von mir und würden mir diesen Wunsch gerne erfüllen.
Als nächstes ging ich zur Infoecke der Kantonsschule Zug, wo man Broschüren von den verschiedenen Austauschorganisationen findet. Also nahm ich einige davon mit nach Hause und las darin, recherchierte danach auch im Internet um auch wirklich die passende Organisation zu finden.
Mein Entscheid fiel auf Into Switzerland, eine eher kleine Organisation, welche schon seit etwa 30 Jahren schweizer Schüler für eine gewisse Zeit ins Ausland schickt.
Als erstes musste ich mich übers Internet anmelden und die wichtigsten Daten zu meiner Person angeben. Auch eine Zeugniskopie musste beigelegt werden, denn nicht alle Schüler werden von der Organisation akzeptiert. Danach wurde mir die Aufnahmebestätigung geschickt und ich erhielt eine E-Mail mit den restlichen Formularen welche ich ausfüllen musste. Dabei wurde auch ein zweiseitiger Aufsatz über meine Person, Familie, Lebensstil und meine Erwartungen bezüglich Gastland, Gastfamilie und der bevorstehenden Erfahrung im Allgemeinen verlangt.
Mir war von Anfang an klar dass ich in die USA reisen wollte, denn dieses Land hat mich schon immer fasziniert, mit seinen unendlichen Distanzen, der interessanten Kultur und den sehr unterschiedlichen Lebenseinstellungen.
Also beantragte ich ein Visum für 10 Monate in Amerika. Dass die Amis nicht gerade die aussländerfreundlichsten Leute sind wurde mir dabei ziemlich schnell bewusst. Die Angaben die dabei verlangt werden gehen teilweise so sehr ins Private hinein dass es mich erstaunt hat dass sie nicht noch meine Unterhosengrösse wissen wollten (*übertreib*) :-)
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