Während der Autofahrt zu meinen Gasteltern hat mich mein "Local Representator" über den Staat Idaho aufgeklärt und mich ein wenig auf den bevorstehenden Kulturschock vorbereitet.
Er erklärte mir, dass Idaho der konservativste Staat der USA sei, Texas sei liberal im Vergleich mit jenem Staat in welchem wir uns befanden, und lächelte dabei. In Idaho habe Religion einen hohen Stellenwert und die meisverbreiteten Konfessionen seien die Protestanten und die Mitglieder der "Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints", kurz gesagt, die Mormonen. Er erklärte mir auch, dass ich es in meinem eigenen Interesse eher unterlassen sollte, mit den Leuten über deren Glauben zu diskutieren, denn sie wissen das ihre Glaubensrichtung der Wahrheit entspräche.
Darauf schluckte ich dreimal leer, und schaute dabei in die unendlich erscheinende Steppenlandschaft des Staates. Auf einmal kamen wir in ein Dorf, welches unheimlich und verlassen wirkte, und ich hoffte schwer, dass er mich nicht ausgerechnet in diesem Kaff "abliefern" wird.
Als wir durch das Dorf fuhren, sagte er, dass dies "Shoshone" sei, unsere grössere Nachbarstadt. Sie habe stolze 950 Einwohner und zwei Lebensmittelläden, hierher kämen die Leute von den benachbarten Dörfer um Benzin zu tanken und auch die nächste Bank befände sich hier.
Gespannt wartete ich auf die Ankunft, während wir noch weitere 20 Minuten durchs Nirgendwo fuhren.
Dann, der lang ersehnte Moment, ich sah das Willkommen-Schild der "Stadt" "Richfield", in welcher 412 Einwohner leben.
Zuerst war ich geschockt, doch dann kamen wir zum Haus meiner Gasteltern, welche mir einen extrem netten, interessierten und witzigen Eindruck machten und ich fühlte mich von Anfang an wohl in ihrem grossen, gepflegten und gemütlichen Zuhause.
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